Hinweise zum Verständnis der VDV-Schrift 463

Innovation Ladeinfrastruktur | 12.12.2022

Alexander Schabert
Senior Director Global Bus Sales
VDV Blog - eBuses charging

ChargePoint Senior Director Global Bus Sales und ViriCiti-Mitbegründer und CCO, Alexander Schabert, arbeitete 2020 mit einer ausgewählten Gruppe von E-Mobilitätsexperten zusammen, um die VDV-Schrift 463 zu definieren. Mit VDV-Schriften sind eine Initiative des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Deutschland. Angesichts des schnell wachsenden Trends zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs stellte der Zugang zu den für die Überwachung von Elektroflotten erforderlichen E-Bus-Daten eine Herausforderung dar.

Diese VDV-Schrift 463 definiert die Interoperabilität zwischen Ladestationen und Betriebshofmanagement-Software in Deutschland, um die Einführung von Elektrobussen im ganzen Land zu beschleunigen. Da es sich beim VDV um eine deutsche Organisation handelt, werden die Schriften hauptsächlich in der DACH-Region verwendet, aber auch in Skandinavien und den Benelux-Ländern werden sie häufig eingesetzt.

In dem nachstehenden Artikel erläutern wir, warum ein solcher Standard notwendig ist und worin seine Vorteile bestehen.

Die Notwendigkeit der VDV 463

Da Fuhrparks immer mehr Elektrobusse in ihre Flotte aufnehmen, ist der Ladevorgang besonders wichtig. Zudem können Probleme wie unzureichende Kapazitäten an Ladestationen oder Parkmöglichkeiten für alle Fahrzeuge in der Reihe die Aufladung noch komplizierter machen.

Damit alle Elektrobusse rechtzeitig aufgeladen und einsatzbereit sind, muss die Kommunikation zwischen den Ladestationen, der Software für das Betriebshofmanagement und der dazugehörigen Telematiksoftware gut funktionieren.

Früher wurden diese von verschiedenen Unternehmen mit jeweils eigenen Kommunikationsprotokollen angeboten. Dadurch entstehen lange Integrationszeiten und eine Verzögerung bei der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs.

Gerade jetzt, wo der Markt reift, ist ein offener, API-basierter Kommunikationsstandard für die Verbindung der Ladeinfrastruktur mit dem Betriebshofmanagementsystem wichtig. Mit der VDV-Schrift 463 sollen Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden, während die Kunden die Möglichkeit haben, eine Lösung zu wählen, die ihren Flotten- und Depotanforderungen am besten entspricht.

Public bus transit

Integration von Betriebshofmanagement und Ladesystemen für Elektrofahrzeuge

Bei der Verwaltung von Elektrofahrzeug-Depots kann ein Betreiber zwei verschiedene Ansätze verfolgen:

  • Lösungen, die von firmeneigenen Systemen bereitgestellt werden. Das bedeutet, dass verschiedene Aspekte wie das Betriebshofmanagementsystem, die Überwachung der Ladestationen und die Telematik über eigene Systeme bereitgestellt werden. Das bedeutet auch, dass ein System nicht durch ein gleichwertiges System eines anderen Anbieters ersetzt werden kann.
  • Ein offenes, standardbasiertes System. Das bedeutet, dass die Integration der oben genannten Systeme über einen gemeinsamen API-Standard erfolgt. Bei Bedarf kann der Betreiber ein oder mehrere Softwarekomponenten von einem anderen Anbieter beziehen, da offene Kommunikationsprotokolle verwendet werden.
Person working on computer

Wir empfehlen Ihnen, sich für eine Lösung zu entscheiden, die auf offenen APIs basiert, da diese viele Vorteile wie Flexibilität, Kompatibilität und generelle Qualität bietet.

Im Folgenden erläutern wir die Vorteile der VDV 463: 

Flexibilität

Ein großer Vorteil dieses Standards ist, dass er dem Betreiber mehr Flexibilität bietet.

Wenn man sich für eine offene Lösung entscheidet, ist es möglich, sowohl die Ladestationen auf der Straße als auch die Depot-Ladestationen zu verwalten. Im Gegensatz dazu ist es bei Lösungen privater Anbieter in der Regel nur möglich, das Ladesystem im Depot zu verwalten, nicht aber die Ladestationen auf der Straße.  

Besonders hilfreich ist diese Funktion für wachsende Flotten. Wenn die E-Busse der Flotte zum Beispiel längere Strecken fahren – zum Beispiel 100 km statt 20 km – sind nicht nur Ladestationen auf dem Betriebshof, sondern auch auf der Strecke notwendig. Die einfachste Lösung in diesem Fall sind eine oder mehrere offene Kommunikationsprotokolle, die es den Betreibern ermöglichen, alle Fahrzeuge und Ladestationen über eine Plattform zu betreiben, die über eine API verbunden ist.

Kompatibilität 

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur ist es sehr wahrscheinlich, dass die Betreiber Systeme von mehreren Herstellern erwerben werden. Ohne eine Norm wie die VDV 463 kann dies die Abläufe noch komplizierter machen, da jeder OEM sein eigenes Kommunikationsprotokoll mitbringt. Dadurch kann es zu einer Zersplitterung des Betriebs und zu mehreren parallelen Dashboards kommen, die überwacht werden müssen.

Deshalb wird eine VDV 463-konforme Lösung, die die Interoperabilität sicherstellt, die Abläufe erheblich vereinfachen.

„Erstklassige“ Qualität

Ein weiterer Vorteil der VDV-Schrift 463 ist die Möglichkeit, die besten Lösungen für das Lademanagement zu wählen. Die Interoperabilität ermöglicht den Betreibern die Auswahl und Kombination von Dienstleistern, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, sowie den Wechsel zu einem anderen Anbieter, wenn sich die Anforderungen ändern.

Normen wie die VDV 463 sind entscheidend für den Erfolg der Flottenelektrifizierung. Wir sind stolz darauf, an der Definition, Implementierung und Prüfung dieser Standards arbeiten zu können, um Flotten bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Haben Sie weitere Fragen zu VDV 463 oder sind Sie bereit für eine konforme Ladelösung?

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